Aus Die Zeit, 9.Febr.: Gegenargumente?
Katherina Reiche: Die Firmen, die für die erneuerbaren Kraftwerke die Stromnetze ausbauen,
schicken sehr wohl horrende Rechnungen.
Die Firmen, die für die erneuerbaren Kraftwerke die Stromnetze ausbauen, schicken sehr
wohl horrende Rechnungen. © Guido Mieth/Getty Images
Katherina Reiche:
Ihre Ideen sind nicht so übel, wie ihre Kritiker behaupten
Wirtschaftsministerin Reiche will die Energiewende abwürgen, werfen ihr insbesondere grüne
Politiker vor. Richtig ist aber, dass die Kosten momentan aus dem Ruder laufen.
Ein Kommentar von Marc Widmann
Aus der ZEIT Nr. 07/2026
9. Februar 2026
Glaubt man den überwiegend grünen Kritikern von Katherina Reiche, dann killt die
Wirtschaftsministerin von der CDU gerade die eigentlich prima laufende deutsche
Energiewende. Der neueste angebliche Beleg: ein vertraulicher Gesetzentwurf aus Reiches
Ministerium, der geleakt wurde.
Das weckt Erinnerungen an ihren Vorgänger Robert Habeck. Sein Höhenflug als grüner
Wirtschaftsminister endete vor ziemlich genau drei Jahren mit einem (bis heute
mysteriösen) Leak des Entwurfs für das Gebäudeenergiegesetz – und der hasserfüllten
Heizhammer-Kampagne, die darauf folgte. Habeck kommunizierte damals ausnahmsweise zu
spröde und verzagt, vom Einbruch seiner Beliebtheit erholte er sich politisch nie mehr
richtig.
Droht Katherina Reiche jetzt dasselbe? Wohl kaum. Sie kommuniziert schon immer spröde. Wer
die Herzen der Menschen gar nicht erst erobert hat, kann sie auch nicht verlieren.
Förderung bisher luxuriös
Vor allem aber sind Reiches politische Ideen längst nicht so übel, wie ihre Kritiker
behaupten. Für manche ist es sogar höchste Zeit. Es geht um die große Frage, wie die
erneuerbaren Energien künftig in Deutschland gefördert werden. Bislang geschieht das
ausgesprochen luxuriös:
Der Staat garantiert vielen grünen Stromproduzenten einen großzügigen Mindestpreis für 20
Jahre – dafür bezahlt die Allgemeinheit über die Netzentgelte auf der Stromrechnung.
Der Staat garantiert den grünen Kraftwerken einen schnellen Anschluss ans Stromnetz – für
dessen teuren Ausbau bezahlt ebenso die Allgemeinheit.
Der Staat garantiert dem grünen Strom zudem einen Vorrang im Netz vor allen anderen
Energieträgern – dafür bezahlt …, genau.
Im Ergebnis wurden nicht nur sehr viele grüne Kraftwerke gebaut, was erfreulich ist.
Sondern es stiegen leider auch die Kosten im deutschen Stromsystem stark an. Sie sind
inzwischen zum gewaltigen Problem für viele Unternehmen und Bürger geworden.
Zwar stimmt es, dass Sonne und Wind keine Rechnung schicken, wie es grüne Politiker gern
erzählen. Dummerweise endet die Sache hier aber noch nicht. Denn die Firmen, die für die
erneuerbaren Kraftwerke die Stromnetze ausbauen, schicken sehr wohl horrende Rechnungen,
in den kommenden Jahren wird der Ausbau weitere 600 Milliarden Euro kosten. Genauso die
Firmen, die verlässliche Back-up-Kraftwerke bauen müssen für die Phasen ohne Wind und
Sonne, wenn die erneuerbaren Energien nicht liefern.
All das treibt den Strompreis und macht die deutsche Energiewende so teuer. Längst
subventioniert der Staat die Stromkosten mit hohen zweistelligen Milliardenbeträgen im
Jahr, doch er stößt an seine Grenzen. Dass es so nicht weitergehen kann, sagen nicht nur
viele energieintensive Unternehmen, sondern auch zahlreiche Experten aus der Branche. Die
Energiewende muss dringend effizienter werden.
Reiche will nun keineswegs die Energiewende abwürgen, wie ihre Kritiker behaupten, sie
hält am Ziel der Ampel-Regierung fest, dass 80 Prozent des deutschen Stromverbrauchs im
Jahr 2030 aus erneuerbaren Energien gedeckt werden (derzeit sind es knapp 60 Prozent).
Doch sie will, dass die Kosten nicht noch weiter aus dem Ruder laufen.
ppi
letzte Woche
Unglaublich, die Allgemeinheit zahlt die grüne Energie?
Sorry, aber wer zahlt die Entsorgung der Kernkraftwerke? Genau, das machen anscheinend die
Energieversorger...
Für wie blöd halten uns gewisse PolitikerInnen uns Verbraucher noch?
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S
SieSoIchSo
letzte Woche
Ich denke Kommentare zu diesem Thema sollten eher von Menschen kommen, die unser
Energiesystem verstehen.
Die Prämisse, dass die Allgemeinheit teuer für den Umbau dieses Systems löhnen muss und
wir deshalb zwei Schritte zurück machen sollten, ist in Zeiten, in denen die Folgekosten
des Klimawandels offen einsehbar sind, mindestens zynisch, wenn nicht gar populistisch.
Vor allem, weil keine Vernünftige Alternative angeboten wird. Irgendwann muss man halt
auch mal in Infrastruktur investieren, auch wenn das der CDU nicht gefällt.
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B
Briock
letzte Woche
"Sie kann den Widerstand von Lobbyisten aushalten, ohne einzuknicken."
Sehr witzig. Sie ist eine Lobbyistin im Politikergewand.
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sc
strictly confidential
letzte Woche
Ein amüsanter Artikel. Der Autor gibt an, man wolle den Ausbau grüner Energien keinesfalls
abwürgen und listet dann nur Maßnahmen auf, die genau dies bewirken. Die CDU hat die
Energiewende schon einmal abgewürgt. Ich hoffe, dass sie nicht nochmal den gleichen Unsinn
durchziehen und uns am Ende nicht wieder kleine Mini-Atom-Reaktoren als beste Form der
Energiegewinnung darstellen.
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TG
The Gunnar
letzte Woche
Den Spitznamen GasKathi hat sie sich redlich verdient.
Keine Lust, den Artikel zu factchecken, aber ich bin mir fast sicher, dass einige Thesen
hier unhaltbar sind. Da werden sich hoffentlich noch ein paar Experten drauf stürzen.
So z.B. ist es vollkommen ok, "Villenbesitzern" ein wenig Geld
hinterherzuwerfen, damit diese im Sinne aller investieren.
Eine subventionierte Wallbox mit E-Auto kommt auch mir als Gebrauchtwagenkäufer zugute.
Der CO2-neutrale Solarstrom sowieso.
Warum sind "Übergewinne" bei WKA ein Problem, nicht aber bei fossilen
Energieträgern?
Fehlen nur noch das Vogelschredder- und Infraschallgeschwurbel, damit ich Bingo rufen
kann.
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a
ab2906
letzte Woche
Die Kosten des Netzausbaus könnten gesenkt werden, wenn Bayern selbst für seine
unterirdischen Stromtrassen aufkäme, an Stelle der Allgemeinheit.
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De
Die einen sagen so die anderen so
letzte Woche
Ach, lieber Kommentator, die Frau ist unbeliebt, weil sie völlig skrupellos und
offensichtlich für die Gasbranche Lobbyismus betreibt und vermutlich auch in Russland
gerne wieder Gas kaufen möchte. Ich hoffe, dass diese Personalie zeitnah entsorgt wird und
durch eine kompetentere und unabhängigere Person ersetzt wird.
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uh
ulrich.hummel(a)gmx.de
letzte Woche
Das ist doch ein faktenbefreiter Artikel:
1) „Der Staat garantiert vielen grünen Stromproduzenten einen großzügigen Mindestpreis für
20 Jahre – dafür bezahlt die Allgemeinheit über die Netzentgelte auf der Stromrechnung.“
Die Netzentgelte gehen z.T. mit 9%Renditegarantie an die Übertragungsnetzbetreiber, die,
weil politisch in Bayern gewollt, unsinnig teure Erdverkabelung gemacht werden muss und
auch politisch gewollt in Bayern der Windkraftausbau blockiert wurde und wird.
2) „Der Staat garantiert den grünen Kraftwerken einen schnellen Anschluss ans Stromnetz –
für dessen teuren Ausbau bezahlt ebenso die Allgemeinheit.“
Diese Aussage ist bar jeder Realität. Den Netzanschluss muss jeder der eine PV oder
Windkraftanlage errichtet, selbst bauen und finanzieren
3) „Der Staat garantiert dem grünen Strom zudem einen Vorrang im Netz vor allen anderen
Energieträgern – dafür bezahlt …, genau.“
Der Verbraucher zahlt im Jahresschnitt einen geringeren Preis als ohne EE, da diese den
Börsenstrompreis übers Jahr deutlich drücken - ja manchmal sogar ins Minus, da wird es
dann angeblich teurer für den Steuerzahler. Kohlekraftwerksbetreiber „kaufen“ dann diesen
Strom, fahren ihre Kraftwerke runter und sparen sich Betriebskosten und verkaufen den
Strom zu positivem Preis an die Kundschaft. ohne flexiblen Tarif
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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Werner Völker <wernervoelker(a)posteo.de>
Gesendet: Sonntag, 22. Februar 2026 10:16
An: alle(a)klimagruppe-koenigswinter.de
Betreff: [Alle] Energiewende verteidigen - Appell gegen die Pläne von Ministerin Reiche!
Hallo,
die gerade enthüllten Pläne aus dem Wirtschaftsministerium sind
alarmierend: Ministerin Katherina Reiche (CDU) geht massiv gegen Wind- und Sonnenenergie
vor.
Wirtschaftsministerin Reiche sollte jetzt ihre Vergangenheit als Gas-Lobbyistin hinter
sich lassen und die Energiewende nicht weiter torpedieren!
Wenn Ihr den Appell noch nichjt unterschrieben habt, hier findet Ihr ihn:
http://campact.org/20260220-um
Herzliche Grüße
Werner
--
Absender:
Werner Völker
Karolinenstr. 11
53639 Königswinter
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